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Helsinki – eine Liebeserklärung

Helsinki…

Kann man sich verlieben in eine Stadt, die man noch gar nicht kennt? Kann man sich überhaupt verlieben in eine Stadt? Und wieso haben es die Einen und die Anderen nicht? Dieses Ding mit dem Fernweh. In meinem Fall eher so ein Fieber. Nordlandfieber. Ein innerer Kompass, der immer nach Norden zieht und der schmerzt, wenn man zu lange nicht nach gibt. Schon oft bin ich dem Ruf gefolgt. Nordwärts. Natürlich. Bis zum Nordkapp sogar. In Helsinki war ich nie. Ich bin nicht so der Stadtmensch. Also eigentlich. Uneigentlich weiß ich, wie albern diese Allgemeinplätze sind. Als ich mit Mann und Kind und Wohnmobil zu unserer ersten Nordlandfahrt aufbrach, kamen wir mit der Fähre über Helsinki. Wir touchierten die Stadt nur und fuhren weiter nordwärts. Natürlich. Wir sind ja keine Stadtmenschen. Aber da war dieses unbestimmte Gefühl etwas versäumt zu haben. Das Gefühl, dieser Stadt hätte man eine Chance geben sollen. Ein hartnäckiges Gefühl. Und irgendwann gab ich nach. Mitten im Dezember kam ich wieder. Es war fremd, dunkel, nass, kalt und dennoch fühlte es sich gut an. Helsinki macht es einem leicht. Der kleine Flughafen bietet keinen Raum um sich zu verlaufen. Man fällt vom Kofferband geradezu direkt in den Finnair Bus und fährt gemütlich Richtung Zentrum. Unweit unseres Hotels befand sich eine Haltestelle und so bezogen wir das Zimmer und uns noch eine Schicht mehr an, bevor wir mit der Tram weiter fuhren. Ich mag öffentliche Verkehrsmittel nicht. Doch sich hier zurecht zu finden ist wirklich nicht schwer.

Und schon schaukelte uns die 4 durch die weihnachtlich erleuchtete Aleksanterinkatu Richtung Senatintori, wo sich das Aussteigen anfühlte wie nach Hause kommen. 

Der weiße Dom am Senatsplatz, zu dessen Füßen der Weihnachtsmarkt lärmt und duftet. Weihnachtsbaum. Karussell. Helsinki machte es mir leicht mich zu verlieben.

Es war ein wunderbares Wochenende mit spazieren gehen am Wasser, Eishockey, Jazzmusik und Korvapuusti. Der Abschied fiel schwer und es war klar, dass ich wiederkommen muss. Und das tat ich. Mehrfach. Und verliebte mich jedes Mal ein Stück mehr. Helsinki ist kalt und dunkel, aber auch heiß und endlos sonnig, es ist Glögi und Korvapuusti, aber auch Liuska und Eis, es schmeckt nach Lakritz.

Helsinki, dass ist auf Uunisaari auf den Felsen sitzen, essen im Skiffer, Schiff fahren, Soumenlinna besuchen, im Café Regatta sitzen oder im Café Ursula, Minigolf spielen, Riesenrad fahren in Linnanmäki, auf den Stufen des Doms sitzen, Lonkero am Strand trinken, über die weiße Brücke nach Seurasaari kommen, am Wasser sitzen, Eichhörnchen füttern, zum Eishockey ins Stadion gehen, in der Felsenkirche verweilen, über den Markt schlendern oder durch den Esplanadi Park und so viel mehr.

Es ist ein Herzensort. Ich bin verliebt, was will man machen? Und so führen wir eine Beziehung auf Distanz. Das hält die Liebe frisch. Beim Gedanken an ein Wiedersehen habe ich Schmetterlinge im Bauch und eine Liste im Kopf was ich alles wieder sehen und neu entdecken will. Es wird nicht langweilig. Wie könnte es?

Und wenn ich in den Finnair Bus stolpere, mein Handy sich automatisch mit dem W-LAN verbindet und vermeldet „Willkommen zurück“, dann schmunzle ich und denke: endlich…

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